Das Geheimnis der Töpferwerkstatt
Kaum konnte ich „Nico, nein!" rufen, trug mein Dackel den Tonklumpen schon stolz durch die Töpferwerkstatt. Ich wischte mir Schlicker vom Trenchcoat, er saß längst skeptisch vor den drei Verdächtigen - als wüsste er mehr als ich. Kommen Sie, sehen wir gemeinsam nach.
Der Brennofen der Werkstatt war noch warm, da hatte es Rosemarie Kettler erwischt. Jahrelang stiftete sie ungefragt Ehen, zerredete Verlobungen, vertauschte Sitzplätze. Vermissen? Kaum jemand.
Theresa Hofmann hatte Grund zum Groll: Rosemarie hatte öffentlich eine Romanze zerpflückt und über misslungene Glasuren gespottet. Ein zerdrückter Tonklumpen lag auf der Ablage; das Alibi - allein in der Teeküche - bestätigte niemand.
Bruno Waldherr, der wortkarge Kursleiter, stritt seit Wochen über gestrichene Termine und die verpatzte Verkupplung seiner Nichte. Kurz vor Ladenschluss hantierte er am Ofen - doch drei Zeuginnen sahen ihn zeitgleich den Hinterhof fegen.
Katrin Sommer, die hitzige Töpferin, hatte Rosemarie tags zuvor dreiste Einmischung vorgeworfen. Ihre Schürze war tonverschmiert, ihr Spachtel verschwunden - doch ihr Alibi hielt fast: Die Kasse verzeichnete zur Tatzeit einen Verkauf - kaum an zwei Orten zugleich zu tätigen.